Verflucht Normal – Tourette im Kino

Dieser Film ist wirklich etwas Besonderes. Erzählt er doch eine wahre Geschichte, um das Thema Tourette. Anfang der 80er Jahre gerät das Leben des jungen John Davidson (Scott Ellis Watson) in der schottischen Kleinstadt Galashiels aus den Fugen. Er stellt an sich immer seltsamere Tics fest. Er muss Schimpfwörter rufen, um sich schlagen, Grimassen ziehen oder spucken. In der Schule wird er gehänselt und isoliert.

Auch seine Familie weiß nicht mit ihm umzugehen. Er muss auf dem Boden am Kamin essen, damit er nicht wieder spukt. Der Vater verlässt aufgrund dieser Vorkommnisse die Familie und Johns Mutter ist überfordert. Jahre später wird bei John Tourette diagnostiziert. Von der Krankheit weiß man bisher wenig und John hat mit den starken Nebenwirkungen der Medikamente zu kämpfen. Eines Tages trifft er seinen Schulfreund Murray (Francesco Piacentini-Smith) wieder. Dessen Mutter Dottie (Maxine Peake) ist Krankenschwester und nimmt John so wie er ist. Er wird in die Familie aufgenommen und gefördert. Dottie besorgt ihm einen Gehilfenjob im Gemeindezentrum bei Hausmeister Tommy (Peter Mullan). Es entsteht eine Freundschaft zwischen den beiden und John erfährt Anerkennung und schafft es ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Doch John (älter gespielt von Robert Aramayo) denkt, dass er mehr tun kann. Er will anderen helfen mit der Krankheit umzugehen. So wird er zum Ansprechpartner, eben Experten von Tourette. Der Regisseur Kirk Jones hat viel eigenes Geld in die Hand genommen, um die wahre Geschichte des John Davidson original getreu in die Kinos zu bringen. Mit dabei als Produzent, eben der Protogoniest John Davidson selbst. Verflucht normal ist ein liebenswerter Film, bei dem es etwas zu schmunzeln gibt, ohne jemals auszulachen. Für seine Verdienste um die Aufklärung über Tourette wird John sogar von der Queen geehrt. Es wird ihm die Anerkennung des „Member of the Order of the British Empire“ (MBE) zuteil.

Bei der Zeremonie schlägt der Tic gnadenlos zu, charmant von der Queen übergangen, aber vom Publikum teils Empörung. Das zeigt, dass es noch viel zum Thema Tourette zu verstehen und aufzuklären gibt. Dieser wunderbare Film mit der 80er Jahre Musik (New Order) ist ein bedeutender Teil dazu.

(Isabel Oerke)

Originaltitel
I Swear (Großbritannien 2026)

Länge
121 Minuten

Genre
Biographie / Drama

Regie
Kirk Jones

Drehbuch
Kirk Jones

Kamera / Bildgestaltung
James Blann

Darsteller
Robert Aramayo, Maxine Peake, Peter Mullan, Shirley Henderson, Scott Ellis Watson, Francesco Piacentini-Smith, Steven Cree

Verleih
Wild Bunch Germany GmbH