Rezensionen

 

Nekromantix
“What Happens In Hell, Stays In Hell”
Hellcat Records

What Happens In Hell, Stays In Hell

Bei den Nekromantix geht es auch bei diesem Album psychomäßig –gruselig zu. Schon beim ersten Track „ Bats In my pants“ kann man sich die Jungs mit den Fledermäusen in der Buxe lebhaft vorstellen. Der Albumtitel ist auch wieder Programm, obwohl er gar nicht stimmt. Denn was in der Hölle passiert bleibt bei den Nekromantix NICHT in der Hölle, sondern landet demnächst auf der Bühne. Und dann lässt das Trio wieder die Puppen, beziehungsweise die Monster tanzen. Ob nun bewaffnete Schlafwandler (Sleepwalker With A Gun), Ghosts , Ghouls oder Bela Lugosis Stern (Bela Lugosi’s Star), alle sind sie dabei. Ob mich der Doktor nun für verrückt hält oder nicht (Crazy) ist bei der CD egal. Die Nekromantix machen einfach Spaß und gehen standesgemäß ab (Demonspeed) und auch der Titeltrack (What Happens In Hell, Stays In Hell) hat nicht zu viel versprochen. Als romantisch-beschwingter Typ gehören der Song „I Kissed A Ghoul“ und das piffige „Love You Deadly ° zu meinen Anspieltipps.

i.s.o.

 

 

FEAR INCORPORATED
“Sawney ‚s Cave”
Plastic Frog

Sawney ‚s Cave

Sawney ‚s Cave erzählt die Geschichte eines Kannibalen des 16 Jahrhunderts in Schottland. Er lockte die Durchreisenden in seine Höhle, um sie zu schlachten und zu verspeisen. Fear Incorporated haben das ganze dramatisch in bester Gothic Rock- Manier vertont. Sie nennen ihren Stil ” Theater Macabre – Avant-Garde Baroque’n Roll”. Hier wird theatralisch gewimmert, die Gitarren vehement eingesetzt und auf die Drums gehämmert. Das Album ist in sich stimmig, aber man darf hier keine Tanzflächenkracher erwarten. Bei „Two Black Hearts“ kann man sich jedoch 3 Schritte vor und drei zurück bewegen. Die CD paßt auf die Plattenteller des Londoner Batcaves zu Zeiten der 80 Jahre. Ich musste sofort an Bands, wie Virgin Prunes , Specimen oder Sex Gang Children denken. Das ist jedoch kein Wunder, sind die Band mitglieder aus diesen Reihen ( Cam Campbell /Terry Macleay – Sex Gang Children )Stil von damals somit treu geblieben.
Die gesprochenen Worte sind mir in Stücken wie“ Hell’s Waistcoat“ und dem finalen „The Innkeepers Dread“ zu langatmig und bedeutungsschwanger. Für den eingefleischten Batcavefan haben Fear Incorporated jedoch ein stimmiges Erstlingswerk auf den Markt gebracht.

i.s.o.

 

Friends of Alice Ivy
“In the Gloaming”
Elysium Sounds

Friends of Alice Ivy haben mit “In the Gloaming”; ein 6 Track Album vorgelegt.Die Entstehung dieses romantisch, verträumten CD hat drei Jahre gedauert. Kylie (voices) und Amps (instruments) sind vielen schon als Mitglieder der australischen Band Ostia bekannt.
Kylies sanfte Stimme begleitet durch alle Tracks gleichermaßen und die Stücke fließen ruhig dahin. Da ist der männliche Gesangspart in „A Requiem (for Fuchsia)“ eine gelungene Abwechslung. In „Tristan & Iseult“ wird man dann durch ein männliches Sprachintro überrascht und man kann sich die versprochene Abenddämmerung, Gloaming eben sehr gut vorstellen.Die Atmosphärischen Songs laden zum Träumen ein. Am aller Schönsten ist es hierbei mit dem oder der Liebsten zusammen zu sein und die Musik zu genießen. Will man einen Vergleich ziehen, so fällt einem sofort Dead Can Dance ein. In the Gloaming”ist eben durchweg etwas für Romantiker.

(es)

 

William Elliott Whitmore
“Field Songs”
Anti/Indigo

Field Songs

Kaum steckt die CD im Player fühlt man sich wie auf dem Lande. Die Hühner gackern, die Natur rauscht und ruhige Klampfentöne stimmen auf das Farmleben ein. Das sechste Studioalbum von William Elliott Whitmore macht seinem Titel alle Ehre. Es heißt schließlich auch Field Songs und von diesen gibt es acht Stück. Gesungen wird über die Arbeit in Wald, Feld und Flur. Mal hoffnungsvoll, mal sanfter Protest in Folk, Blues oder Bluegrass, traditionell wie zu Zeiten des Amerikanischen Bürgerkrieges. Whitmore erinnert mich ein wenig an Bob Dylan, der vor allem im Song „Let’s do something impossible“ beherzt zum Banjo greift. Mir ist das Ganze jedoch zu ruhig und bedächtig. „Not Feeling Any Pain“ ist für mich der beste Song des Albums, da es da ein ganz wenig flotter wird. „Field Songs“ gefällt bestimmt dem Liebhaber von ruhiger Lagerfeuermusik und Whitmore ist ein sympathisches Landei, das über das singt was er liebt.

(i.s.o.)

 

Solar Fake
„Frontiers“
Synthetic Symphony

„Frontiers“width="150"

Man konnte sich schon auf dem Blackfield Festival einen Vorgeschmack auf das neue Sola Fake Album “Frontiers” holen. Das Solo Projekt von Sven Friedrich (Zeraphine, Dreadful Shadows) zeigt sich nach dem Debüt “Broken Grid” viel eingängiger und tanzbarer. Das erfreut das Synthiepopperherz und ein Ersatzpaar an Tanzschuhe sollte man bei Tracks, wie “Under the Skies” auf dem nächsten Event dabei haben. Bei “Why did I raise the fire” geht das Ganze refraintechnisch schon in den Industrialbereich, wobei die typische Friedrichstimme etwas verzerrt wird. Genauso der Track „Parasites“ – Industrial pur. Die 11 Songs auf „Frontiers“ sind allesamt eingängig und mit dem Song „Such a Shame“ ist Solar Fake ein schönes Cover des Talk Talk Klassikers gelungen. Bei „Where Are You“ kommt Svens gefühlvolle Stimme richtig zur Geltung und es darf endlich gekuschelt werden. „ Frontiers“ ist ein lebendiges Album mit Härte, Herz und Hitpotential.

(i.s.o.)

 

Homo Futura
„Der neue Mensch“
S.P.V. / Synthetic Symphony

„Der

Hinter Homo Futura versteckt sich kein anderer als Honey (Welle:Erdball), der hier als Dr. Georg Linde, samt Team sein Unwesen treibt. „Der Neue Mensch“ ist das Erstlingswerk der Doktoren und es erinnert verdammt an Welle:Erdball. Vielleicht soll aus dem neuen Menschen, gleich ein besserer Mensch werden und so haben diese Ärzte mit „Komm in mein Labor“, „Klaustrophobie“ oder „A.M.O.K.“ gleich ein paar tanzbare Behandlungen parat. Ansonsten zeigt man sich bekannt futuristisch mit einem Hauch Sozialkritik., wie in „Die Welt von heute“. Homo Futura wurden von Dr. Frankenstein ausgebildet und verschreiben ihren Patienten mit „Der neue Mensch“ eine extra Tanzflächenkur. „Das Tourette Syndrom“ ist eine etwas gruselige Instrumentalcollage. Mit dem Stück „Geile Tiere“ zeigen Homo Futura einen NDW Klassiker von 1980 in neuem Licht.
Welle:Erdball-Liebhaber werden auch hier mit minimalistischem, clubtauglichen Sound geködert.

(es)

 

Kitty, Daisy & Lewis
„Smoking in Heaven“
Pias UK/Sunday Best (rough trade)

Smoking

Kitty, Daisy & Lewis , die drei Geschwister aus London melden sich mit einem neuen Album zurück. SMOKING IN HEAVEN ist der zweite Streich nach ihrem Debutalbum 2008. Rock & Roll, Swing, Hillbilly und R& und jetzt auch Ska ( I’m so sorry ) und Pop-lala (Messing with my Life) bekommt man da zu Gehör. Die drei jungen Musiker sind recht vielseitig. Man könnte jetzt aber auch wahllos sagen. Haben sie sich jetzt durch die Retroschiene in die Rockabillygazetten geschlichen? Sie sind gute Musiker und die Songs vielversprechend. Doch muss man nicht jedes Genre abdecken. Der Track “Messing with my Life” geht gar nicht, denn so eine Kaufhausmusik gibt es schon genug. Es bleibt zu hoffen, dass die Band dem Rock & Roll und Rockabilly Style treu bleibt. Stücke, wie “I’m Going Back” gegen ins Rock and Roll Tanzbei und sind einfach um Längen besser als eben “Messing with my Life”

(i.s.o.)

 

Henke
„Seelenfütterung“
S.P.V. / Oblivion

"Seelenfütterung""

Schon der erste Song “Weil ich es kann” ist eine aufmunternde Hymne, die man in allen Lebenslagen mitsingen kann. Was einst nur dazu geplant war Songs der Goethes Erben live aufzuführen, kann sich sehen UND hören lassen. HENKE beweisen mit ihrem Debüt „Seelenfütterung “, dass sie gute eingängige Rockstücke und Balladen bieten können. Natürlich fehlen auch Oswalds, oft als schwülstig empfundene, Texte nicht. In „Es ist Nacht“ kann man dies wiederfinden. Aber ich finde es im Rahmen und die Musik kommt bei diesem Album nicht zu kurz. Meine Favoriten sind die Songs „Ohne Titel“ und „ Ich protestiere“. Alles in allem liebe ich Oswalds sozialkritische Texte. Und Wortschöpfungen wie „ Erinnerungsbulimie im Song „ Uhren Essen“ erinnern leicht an Cindy aus Marzahns „Alzheimer Bulimie“. Doch solange der der Song zustätzlich rockt ist alles perfekt.

(i.s.o.)

 

Transit-Poetry
“Pedestrians In The Sky”
Dance Macabre

“Pedestrians

“Pedestrians In The Sky” ist das vierte Album der Transit-Poetry. Damit hat die Berliner Band um Sascha Blach ihre Elemente-Tetralogie beendet. Schon die Singleauskopplung „Little Buddha“ führt einen in himmlische Sphären und ist gleichzeitig ein eingängiger gute Laune Song.
Die 15 Songs sind ein Ausflug durch einige Musikgenres, die sich jedoch homogen zusammenfügen. Und um im Thema Luft zu bleiben, geht es im Album auch gleich luftig und poppig mit dem Opener „Astronauts and Butterflies“ los. Der Song danach „Monsters“ ist mal kräftiger und genau das richtige für mich zum Tanzen. In „ A Drowning Man“ wird es romantisch und düster, hier wird außerdem die Kantele gezupft. Transit Poetry können aber auch auf Deutsch singen „Der Nachtwandler“ heißt der Song und ist super fröhlich. Ein weiterer Höhepunkt ist das Duett mit der Sängerin Leandra in “Luminous Stars”.
„Storm – The Darkest of the Butterfly“ ist der härteste Song und damit mein Favorit, obwohl die Auswahl bei so viel guten Tracks schwerfällt.
“Pedestrians In The Sky” ist durchdacht, vielseitig und ein absoluter Kauftipp.

th

 

Moonchild
„Nichts ist für immer“
Eigenproduktion

Nichts ist für immer

Mensch, hab ich mich erschrocken, als der Gesang beim ersten Track „Deine letzte Ruhe“ von Moonchilds Album „Nichts ist für immer“ erklang.
Gerade hatte ich mich auf düstere Klänge eingestellt, da erscheint da ein mädchenhaftes Stimmchen, an das ich mich erst gewöhnen musste.
Klingt auch ein bisschen wie Ina Deter und mit deutschem Gesang hatte ich sowieso nicht gleich gerechnet. Sängerin Susan D’Iavollo, die
auf den 12 Tracks der CD nun vorwiegend in deutsch singt, reimt sich ganz tapfer durch das Album und ist man erst einmal vertraut mit der
Stimme, so gehen die Songs und Zitate doch in das gute metall-rockige Blut. Teilweise kitschig aber auch poppig zum Mitsingen. Hier sollte
man sich vorwiegend mit den Texten befassen, denn die Stücke sind alle recht ähnlich. Das Album zielt eher auf ein junges Publikum ab und
die Scheibe ist nur über http://www.moonchild.purespace.de zu beziehen.

i.s.o.

 

Thanateros
„Liber Lux“
New Crusade Records

Liber Lux

Ben Richter ist mit Thanateros bekannt für seine musikalische Verschmelzung von irischen Folkelementen und melancholischem Metal. Alte „Folks“weisheiten vertreten durch Flöten (Pit Vinandy) und Fideln (Tobias Herzfeld) treffen hier musikalisch auf Neuzeitliches, eben Metal.
Auch bei Thanateros gab es Umbesetzungen innerhalb der Band. So stößt, wie Ben Richter zu den Cascades, jetzt auch Gitarrist Maxe Raith von den Cascades zu Thanateros. Mit Schlagzeuger Simon Rippin (Nefilim/NFD) und Bassist Daniel Lechner (Lacrimas Profundere) findet sich hier eine tolle Mischung an Musikern zusammen, um auf „Liber Lux“, das musikalische Buch des Lichtes zu öffnen. Zwischen beiden Buchdeckeln, dem Proloque und dem Epilogue des Buches, finden wir 13 Songs, die den Reiz des treibenden Metals mit harmonischen Folkelementen vereinen. Hitverdächtig ist vor allem der Track „Cairn (a dying age)„ und auch mit “Fear a Bhata” einem folkigen Traditional ist der Band etwas Besonderes gelungen. „Liber Lux“ ist nicht unbedingt eine kommerziell ausgerichtete Radioscheibe, aber mit ihrer Fülle an eingängigem, treibendem Sound ein Muss für den feierwütigen Metaller.

i.s.o.

 

The Cascades
„Something to happen“
New Crusade Records/Rough Trade

Something to happen

Zum 20 jährigen Bandjubiläum gibt es bei The Cascades einen neuen Sänger. Kein geringerer als Ben Richter von Thanateros fungiert nun auch hier als Frontmann und damit ändert sich auch der Musikstil der Cascades. Das Ganze hat nicht mehr so viel mit düsteren Gothic zu tun, sondern hat jetzt mehr metallisch-rockigen Character. Von den zwölf Tracks erinnert der Song „All The Best“ ansatzweise noch an die „alten“ Cascades.
Es ist etwas schade für die alten Fans, die auch bei diesem fünften Album der Band auf den wohlbekannte The Cascades Sound gewartet haben. Alles neu macht eben der Mai auch wenn es schon im März ist. Für Liebhaber etwas energiereicherer Metallklänge ist die Scheibe der erneuerten Cascade jedoch durchaus empfehlenswert.

i.s.o.

 

ELA feat. J.R. Blackmore
„Out Of Time“
NoCut / Twilight-Distribution

Out of time

Rockiges Gitarrenspiel geben ELA und J.R. Blackmore auf der EP “Out of Time” zum Besten. Das ist bei dem Sohn von Ritchie Blackmore natürlich
auch kein Wunder. Mit “Queen Of The Deep” wurde ein Track von UFO gecovert. Als Bonus liefert die CD das Video “Bleed” und “Out of Time”
Dieses Titelstück gibt es auch gleich in der Instrumentalfassung.
Mein Favourit ist das peppige “Mad About Your Love”. Jedoch hat das Album nicht mehr viel mit Gothicrock zu tun. Es geht eindeutig in Richtung des melodiösen Hard Rocks und wird nicht zuletzt gerade deshalb seine Liebhaber finden.

i.s.o.

 

Großstadtgeflüster
„ Bis einer heult“
Chicken Soup (Groove Attack)

Bis einer heult

Das einstige PopDuo Großstadtgeflüster kommt nun mit seinem zweiten Album daher, aber jetzt sind die Electropopper zu dritt.
Der bisher bekanntester Track war der Tanzflächenkracher „ Ich muss gar nix“, der eine wunderbare Rechtfertigung für jedermann bot.
Auch auf der neuen Scheibe „ Bis einer heult“ ist ein Song dieser Machart mit dem Track „ Lebenslauf“ zu finden. Jedenfalls nehmen GSGF
wieder kein Blatt vor den Mund. So kommen Songs wie „ Pimmel und Erde“, „ Overdressed & Underfucked“ und „ Haufenweise Scheisse“ schnell auf
den Punkt. „ Du meckerst immer“, damit kann sich jeder identifizieren und „ Die Stille“ ist autogenes Training pur, bis es dann richtig
stressig losfetzt. Die Texte sind wieder lustig und die Melodien überaus tanzflächentauglich. Erinnerungen an Gruppen, wie Trio
oder Ideal werden wach.
Auch die Gesamtlängenermittlung der CD mit 2:3119 (was auch immer) zeugt von dem Humor der Band. So traurig wie der Titel des Albums
„ Bis einer heult“ auch ist, diese CD macht einfach Spaß. Minimalistisch, stressig und gut, wie die legendären Bands der 80er Jahre.

i.s.o.

ASP
„Horror Vacui
The Eeriest Tales Of ASP – so far“
Trisol/Soulfood

Horror Vacui

„Horror Vacui“, das ist die Angst vor der Leere. Doch eine Leere spürt man auf dieser Doppel CD der unheimlichesten Erzählungen des ASP in keinem
Fall. Vielmehr ist diese Sonderausgabe gefüllt mit allen namhaften ASP Klassikern. Ob nun “Ich will brennen”, “Schwarzer Schmetterling” oder “Sing Child”.
Bei den 33 Songs gibt es deutsche, englische und auch Livetracks. Die beiden CDs sind in ein wunderschönes Hardcover Booklet mit Silberprägung eingebettet.
Auf 40 Seiten erfährt man die Bandgeschichte umrahmt mit schönen Schauerbildern. Allein schon diese CD-Aufmachung lässt das Fanherz höher schlagen. Doch auch die musikalische Vielfalt an Gothicrock, Balladen oder auch den elektronischen Anfängen der Band verpflichtet zum Kauf.

i.s.o.

 

MonoInc.
„ Pain, Love and Poetry“
NoCut/Twilight

Pain, Love and Poetry

Nachdem Lisa Middlehauve die Band Xandria verlassen hat unterstützt sie MonoInc. bei deren neuem Album „ Pain, Love and Poetry“ schon einmal
gesanglich. Die Singleauskopplung „Teach Me To Love“ bekommt dadurch eine besondere Note. Dieser Song ist übrigens auch, neben dem Track
„Pain Machine“, der als zauberhafte Pianoversion daherkommt, die schönste Ballade dieses Albums. Die CD kann sich auch sonst hören lassen.
Sänger Martin Engler hat einfach eine schöne tiefe Stimme und somit ist das Album voll melodiöser Gothrockstücke und Balladen. Meines
Erachtens könnte die Band aber ein bisschen härter werden, was nicht heißen soll, dass es zu Lasten der Melodie gehen muss. Zwar hat
die CD mit „This ist the Day“ und „Sleeping my day away“ (Coverversion) schon durchaus kraftvollere Stücke, aber irgendetwas erscheint
mir zu gleichförmig. „Get some sleep“ erinnert an „Temple of Love“von Sisters of Mercy.
Das Booklet ist mit seiner kleinen verschlungenen Schrift allerdings schwer zu lesen. Alles in allem ist „Pain, love & poetry“ ein gelungenes Album.

i.s.o.

 

Cauda Pavonis
„Wars & Masquerades“
Eigenvertrieb

Wars & Masquerades

„Wars & Masquerades„ heißt das neue Album der aus Bristol stammenden Band Cauda
Pavonis. Musikalisch hat sich zu den bisherigen CDs nicht viel geändert. Wer Cauda Pavonis
bereits kennt weiß also was zu erwarten ist: Goth Rock mit Synthieklängen, dazu die markante
Stimme von Su Wainwright. Auf der CD sind neun komplett neue Tracks sowie als Bonustracks drei
neue Versionen z.B. von „Love Like Broken Glass“. Die Neuaufnahmen unterscheiden sich allerdings nur
geringfügig von den bisher bekannten Aufnahmen. Wer auf eingängigen Goth Rock steht, sollte in diese
CD unbedingt reinhören. Die Fans der Band werden ohnehin zugreifen. Anspieltipps sind „Dust To Dust„, „Wayland„

mb

 

Silbernacht
„Liebe und Verfall“
AJNA- Offensive

Liebe und Verfall

Langsam ruhig und bedächtig erklingt das erste Stück der EP. Die CD erwacht zum Leben und der erste Track heißt eben auch
„Das Erwachen“, bloß richtig wach wird man nicht. Die vier Dark Ambientstücke auf dem Album sind mit zwischen sechs und zehn
Minuten sehr lang und die soundtrackartige Reise geht vom „Erwachen“ über „Liebe und Verfall“, dann „Unter den Sternen“ weiter,
um dann in „Wenn der Tod nur Sehnsucht weckt“ zu enden. Die Stücke passen irgendwie nahtlos aneinander und man merkt nicht unbedingt,
wann ein neuer Track beginnt. Das ist auf die Dauer etwas monoton. Man kann sich das ganze Projekt jedoch als Untermalung bei einem
alten mystischen Film vorstellen. Die CD macht mich sehr melancholisch und ein paar ergreifende Bilder zum Soundtrack wären schon wichtig.
Ein großes Lob verdient die schöne CD Covergestaltung. Ein liebevoll dezent hergestellter Pappschuber, der absolut passend zum düsteren
Synthesizersound ist.

i.s.o.

 

Mono Inc./Lisa Middelhauve
„Teach Me to Love“
No Cut/Twilight

Teach Me to Love

Liegt es an der schönen tiefen Stimme von Mono Inc. Sänger Martin? Auf der EP „Teach Me to Love“ von Mono Inc. kommt einem alles gleich
sehr vertraut vor. Die CD enthält fünf Stücke. Der Titeltrack kommt einmal als Radio- und einmal als Albumversion daher und ist eine
einfach schöne und absolut eingängige Ballade. Ein wunderschöner Lovesong, der als Duett mit Xandrias Sängerin Lisa Middelhauve noch
einmal so romantisch ist. Die drei weiteren Songs werden allesamt live und unplugged von Mono Inc. vorgetragen und stammen von einer
spontanen Session auf einer privaten Geburtstagsparty. Ich liebe die Stimme von Martin und die Pianobegleitung unterstreicht die unplugged
Stücke wunderbar. Ich bin schon sehr auf den nächsten Longplayer der Band gespannt, der für Mai 2008 angekündigt ist.

i.s.o.

 

Saline Grace
„Border Town Shades“
Deeper Waters Records

Saline Grace

Die 17 Tracks auf „Border Town Shades“ erinnern mich sofort von ihrer Machart her an Nick Cave. Schon beim Intro „Those Sinister Lands“ und dem folgenden Stück „Mercy And Deliverance“ hört man Cave singen. Doch es ist der Sänger Ricardo Hoffmann, der schon mit seinem ersten Bandproject Nobility Of Salt von sich Reden machte und mit Saline Grace auf Solopfaden wandelt. Auch wenn man jetzt -geklaut- rufen könnte und ich ab und zu Caves „Weeping Song“ summe, mag ich Hofmanns sanfte Stimme und es ist neben dem ganzen Industrialgeschrammel, was einem sonst so vorgelegt wird eine schöne Erholung für meine Nerven. Die Stücke sind jedoch alle recht ähnlich und man vermisst eine musikalische Steigerung, die etwas Stimmung aufkommen läßt. Es sind eben melancholische Balladen für den gemütlichen Winterabend bei Kerzenschein. Doch endlich der sechste Song „Stumbling Mary and The Tree At The Dry Riverbed “ sowie das Stück „Theresa The Sinking“ und „From The Fruit Of The Womb…. “ halten ein paar beschwingte Töne bereit. Sehr schön.

i.s.o.

 

The Pussybats
„Miss Purgatory“
Fabrik Drei Entertainment

Pussybates

Aus dem Stuttgarter Raum kommt die Band Pussybats deren zweite MCD mir hier vorliegt.
Die enthaltenen 5 Tracks klingen allerdings eher als wäre hier eine weitere finnische
Band am Werk. Es handelt sich also um melodischen Düsterrock, irgendwo zwischen HIM
und vor allem den 69 eyes. Wer mit dieser Art Musik was anfangen kann und von 69 Augen
nicht genug bekommt, kann die CD mal antesten. Ich werde mich mit diesem sogenannten
“Goth`n`Roll” (wo immer da der Goth auch sein soll) wahrscheinlich nie anfreunden
können.

mb

 

Love’s Labour’s Lost
„Goldstaub“
Eigenproduktion

Goldstaub

Die Mainzer Gothrock Band Love’s Labour’s Lost legt hier die eigenproduzierte EP „Goldstaub“ vor. Als Supportband ist die Gruppe,
die sich nach einem Shakespeareroman nennt, schon auf dem Wave-Gotik-Treffen aufgefallen. Von der 18 minütigen EP gibt es nur 300 Stück,
die über die Homepage der Band zu beziehen sind. „Goldstaub“ erinnert durch seinen Violinenklang ein wenig an The Crüxshadows, bloß eben
mit deutschem Gesang. Der Track „Whispering“ hat für mich einen Bezug zu den 80er Jahren und mir fallen Bands wie Virgin Prunes ein oder
eben auch The Cure. „The Winds Of Life And Death“ ist eine Coverversion des gleichnamigen Pilori Songs und klingt durch die Violine völlig
anders. Mit einer Stimmausbildung lässt sich am Gesang von LLL noch etwas feilen. Love’s Labour’s Lost hat jedoch das Potential eine ausgereifte Band zu werden. Weiter so.

i.s.o.

 

Built 4 Speed
„Minor Part Two“
Endless Soul Records/Cargo Records

 Built 4 Speed

Nachdem die Rockabilly Formation Built 4 Speed ihre EP Minor Part One
veröffentlichten, folgt nun Part II. Auf diesem Album finden sich
dreizehn eigene Rockabillytracks, die gerne im Molltongewand
daherkommen. Sänger und Komponist Johnny liebt Moll, weil dies seine
persönliche Botschaft am besten transportiert. Und zugegebenermaßen sind
alle Songs recht schräg und irgendwie schrammelig-temporeich. So nutzt
die Band den 4/4 Takt und scheut sich außerdem nicht „Personal
Jesus“ von Depeche Mode zu covern. Die Stücke sind meines Erachtens
wenig abwechslungsreich und könnten das eine oder andere zusätzliche
Highlight vertragen. Built 4 Speed bedienen nicht die nostalgischen
Rockabillyklänge, sondern beglücken eher den Liebhaber des trashigen
Garagensounds.

TB

 

Coronatus
„Lux noctis“
Soul Food /Massacre Records

Coronatus

Mit „Lux Noctis“ legt die Ludwigsburger “Gothic” Metal Band Coronatus ihr
Debütalbum vor. Wer auf Bands, wie Nightwish oder Within Temptation, steht
sollte bei dieser CD ein Ohr riskieren. Der für meine Ohren einzige Unterschied
zu den genannten Bands ist, dass Coronatus zwei Frontfrauen haben. Musikalisch
gibt es also Heavy Metal mit Operngesang. Ob die Welt auf Coronatus gewartet
hat, muß der geneigte Konsument entscheiden. Für mich ist es leider ein schon
1000 x gehörtes Erlebnis der langweiligeren Art.

mb

 

Lady Morphia
„Essence and Infinity“
Eigenproduktion/TESCO

Lady Morphia
Lady Morphia gründete sich im Jahre 1996 und veröffentlicht bisher nach einigen
Musikcassetten mit „Essence and Infinity“ nun ihr zweites Album. Mir war diese
Band allerdings bisher unbekannt und ich ging unbefangen an diese CD ran. Lady
Morphia sind die Brüder Nick und Chris Nedzynski, die hier ihre persönliche
Weltanschauung kundtun. Musikalisch bedeutet das einen Ausflug von Klassik über
Neofolk und auch Rock. Als erstes fiel mir jedoch die schöne und angenehme
Stimme des Sängers Nick auf. In einigen Stücken steht die klassische Musik
absolut im Vordergrund. Mitunter durch verschiedene Instrumente, wie Gitarre
oder Schlaginstumente verfeinert. Dies ist für mich eine interessante
Kombination. Die zehn Titel der CD sind meines Erachtens schön arrangiert.
Fazit: „Essence and Infinity“ ist in meinen Augen beziehungsweise Ohren ein
vielfältiges Album und für mich als Alt-Goth absolut hörenswert. Freunde
verschiedener Klanglandschaften, die es gerne ruhig, aber auch einmal
kurzfristig rockig mögen, wird diese CD gefallen.

mbr

 

Letzte Instanz
„Wir sind gold“
Drakkar/SonyBMG

Letzte Instanz

Nach einem Jahr bringen Letzte Instanz nun ihr neues Album „Wir sind gold“
heraus. Das Album enthält 16 Tracks, die insgesamt gesehen sehr eingängig und
ruhig sind. Mir fehlt hier das Rockige, aber die CD eignet sich wunderbar zur
Entspannung. Nicht zuletzt durch Stücke, wie „Monument der Stille“. Alle Texte
des Albums sind sehr verständlich vorgetragen und von intelligentem Inhalt.
Viele Stücke sind auf der Herbsttour 2006 im Tourbus entstanden. Die Titel „Du
und Ich“ und „Morgenrot“, sind noch die kräftigsten auf der Scheibe. Kurzum:
„Wir sind gold“ ist nichts für den Altgoth, aber die jüngere Generation wird
diese Platte mögen.

mbr

 

Moribund 13 A.D.
“Your funeral, my smile”
Apollyon

Moribund 13 A.D.

Auf ihrem Debütalbum „Your funeral, my smile “ begeistern Moribund 13 A.D. mit
düsterem und meistens sehr eingängigem Horrorpunk der Extraklasse. Songs wie
„Peter Vincent“ oder „Bury you alive “bleiben sofort im Ohr hängen. Die Stücke
starten mit einem Horrorfilmsample und auch die, für diese musikalische Spielart
typischen, Backgroundchöre fehlen nicht. Den Moribunds ist ein Album geglückt,
das allen Liebhabern dieser Musik uneingeschränkt ans Herz gelegt werden muß.
Hoffentlich ist die Band bald live zu erleben. Anspieltipps: „Peter Vincent“,
„She said destroy“ und „Bride of blood“.

mb

 

Faith
The van Helsink Chronicles – Hörspiele
Episode 10 – Das Böse im Menschen
Episode 11 – Wendepunkt
R & B Company/Alive

The van Helsink Chronicles

Es war für mich sehr schwierig den Einstieg zu den Hörspielen zu finden, da ich
die Episoden 1 – 9 nicht kenne. Man wird jedoch auf den CDs schnell aufgeklärt,
dass die Geschichten von Faith van Helsink erzählt werden, die letzte der
Familie van Helsink, deren Erbe es ist die Schlacht gegen die Finsternis zu
gewinnen. Die Geschichten sind mehr oder weniger spannend, aber in allen muss
das abgrundtief Böse bekämpft werden. Das Leben von Faith bedeutet, gegen den
Abschaum der Hölle zu kämpfen. Beim Hören dieser Cds kam ich mir allerdings vor,
wie beim Sehen eines Filmes ohne das dazugehörige Bild. Hörspieltechnisch kommt
es nicht so plastisch rüber und das angekündigte Kino im Kopf will sich nicht so
ganz einstellen. Von der angeblichen Starbesetzung deutscher Synchronstimmen
bekannter Hollywoodstars, wie beispielsweise Johnny Depp, Angelina Jolie oder
auch Christopher Lee war nicht viel zu merken. Im Gegenteil sogar, ein
Laiensprecher könnte es hier genauso gut. Meines Erachtens sind die Sprecher mit
zu wenig Herz bei der Sache. Auch die CD-Cover sind eher von der kitschigen
Machart. Obwohl ich Horrorbücher, Horrorfilme und so weiter liebe, bin ich mit
diesen Hörspielen nicht warm geworden und habe mich schnell gelangweilt.

mbr

 

Lacrimosa
Lichtjahre
Hall Of Sermon/NEO/BMG

lacrimosalichtjahre

Nun ist es soweit. Die schon im Jahre 2005 begonnene Welttournee von Lacrimosa durch Städte, wie Berlin, Moskau oder Mexico wurde nach Ende verfilmt und kommt als DVD in den Handel. Parallel dazu gibt es den Soundtrack „Lichtjahre“ als
Doppel-Live-CD von der mir hier ein kleiner Ausschnitt vorliegt. Aktuelle
Tracks, wie „Letzte Ausfahrt: Leben“ oder eben „Lichtgestalt“ finden sich
hierauf genauso wie die Klassiker „Schakal“, „Komet“ oder „Alles Lüge“.
Letzterer ist ganz schön schräg gesungen, aber es ist eben live und das Publikum
dieser Tournee ist in jedem Fall begeistert. Bei „The Party Is Over“ greift Tilo
Wolff höchstpersönlich zur Trompete. Einen kleinen Ausflug in die spanische
Sprache gibt es bei „Durch Nacht und Flut“ auch noch. Zwei Stücke sind das
Gemeinschaftswerk von Anne Nurmi und Tilo Wolff und somit übernimmt Anne in
„Turning Point“ und „Not Every Pain Hurts“ den Gesang. Für Lacrimosafans ist
diese Hightlight CD ein Muss.

i.s.o.

 

DOWN BELOW 
“Sinfony 23″
Vertigo/Universal

downbelowsinfonie

Down Below haben zwar schon auf einigen Festivals gespielt, doch von dieser Band
hatte ich bisher noch nichts gehört. Es handelt sich um vier Musiker, die neben
den schrägen Künstlernamen, Neo Scope, Carter, Convex und Mr.Mahony, hier im
Zylinder aufwarten. Diese scheinen zur Zeit ja wieder schwer in Mode zu sein,
für alle denen es gefällt. „Sinfony 23“ ist das Majordebutalbum der Band. Die
Musik von Down Below ist glatt und gängig, aber es fehlt der eigene Stil und der
Wiedererkennungswert. Als Gothic kann das nicht bezeichnet werden. Es handelt
sich vielmehr um seichten Pop-Rock, der eher für den Mainstreamradiohörer
gemacht ist. Schon die Vorabsingle „From The Highest Point“sowie die 11 weiteren
Tracks sind von ähnlicher Machart und etwas für den Rockfan, sowie man ihn bei
Rock am Ring antrifft.

mbr

 

MonoInc. 
Temple Of The Torn
NoCut – Goodsongs – Soulfood

MonoInc.

Nachdem die Zweitrack EP erschienen ist können wir uns nun auf das komplette
Album „Temple Of Torn“ von Mono Inc. freuen. Und nicht nur das, die Band hat
außerdem einen neuen Sänger (Martin Engler) und sage und schreibe eine neue
Drummerin (Katha Mia). Alle Songs des Albums sind melodiös rockig. Neben der
Singleauskopplung „Temple Of The Torn“ ist „Two Sinners“ mein Lieblingsstück.
Ich mag diese Mischung zwischen Gothic, Rock und Electro. Alles in Allem ist die
CD, obwohl teils düster, dennoch tanzbar und die Stimme des neuen Sängers kann
sich hören lassen.

i.s.o.

 

Morgana Lefay 
Aberrations of the Mind
Black Mark

morganalefay

„Aberrations of the Mind“, was so viel heißt wie die Anormalie des Geistes,
dürfte für Metalfans ein Highlight sein. Als Erstes fiel mir das interessante
Albumcover ins Auge. Alleine deswegen solltet ihr einmal zu der CD greifen.
Morgana Lefays Sänger Charles Rytkönen hat eine richtig gute Stimme. Hier war
ich angenehm überrascht, da viele Metalfrontmänner über Gebrülle oder
unmelodiöses Gesinge nicht hinauskommen. Morgana Lefay haben bislang, laut
Katalog, sieben Alben veröffentlicht. Interessantes Artwork der CDs, sowie eine
integrierte Eieruhr auf jedem Cover, zeichnen die Band aus. Auf „Aberrations of
the Mind“ die 12 Tracks enthält, sind viele Stücke mystisch und melodiös. Andere
sind dafür umso schneller und vielseitiger. Fazit: „Aberrations of the
Mind“enthält eine tolle Metalmischung, bei der die Post abgeht und die sich kein Metalliebhaber entgehen lassen sollte.

mbr

 

Hate Rush 
“Baptised In Fire”
Black Mark

Hate Rush

Ich bin keine waschechte Metalfachfrau, doch fiel mir Hate Rush in die Hände und
zu Gehör gelangte ihr Album „Baptised In Fire“. Das CD-Cover als solches ist
recht unspektakulär gehalten, jedoch findet der geneigte Metalfan 14 kraftvolle
Tracks. Die fünf Schweden von Hate Rush geben richtig Gas und das Ganze läßt
sich in Richtung Power- oder Speedmetal einordnen. Die Stimme des Sängers Stefan
Embretsson ist nicht herausragend passt sich aber der Musik der Band gut an.
Fazit: Meines Erachtens geben Hate Rush mit „Baptised In Fire“ gut Gas und das
Album ist der Band in jedem Fall gelungen

mbr

 

In Mitra Medusa Inri 
Kalte Farben
Apollyon/Alive

kalte farben

Das Album „Kalte Farben“erinnert mich von seiner Art sofort an eines von Diary
of Dreams. Besonders „Come On“ erweckt in mir diese Assoziation. Alle 11 Songs
der CD sind eingängiger Darkwave mit einer Portion Synthiepop, ohne jedoch
unbedingt besonders tanzbar zu sein. Über den leichten Ohrwurmcharakter hinaus
und somit tanzflächentauglich sind meines Erachtens nur„Why can’t you sing at
daylight“ und „Keine Fragen“. Letzterer ist glücklicherweise etwas flotter und
somit mein absoluter Favorit auf dem Album. Mit dem zehnten Track „Say
Goodbye“wird es dramatisch und irgendwie nervig. Und zum Schluss setzen In Mitra
Medusa Inri mit einer eigenen Interpretation des Songs „Sag mir wo die Blumen
sind“ , den sie schon 1998 aufnahmen, noch einen drauf. Damit haben sich die
Mönchengladbacher keinen Gefallen getan und dem Hörer leider auch nicht. Das
Album fällt am Ende leider ab. Das Gute auf der CD ist aber der Wechsel zwischen
deutschen und englischen Tracks und bei Songs wie eben „Keine Fragen“ , drücke
ich noch einmal die Repeattaste.

i.s.o.

 

predominant lunatics 
Thirteen Lost Souls
Aurora Music/K-tel

predominant

Predominant lunatics sind eigentlich nur vier verlorene Seelen aus der Schweiz,
die mit ihrem Album „Thirteen Lost Souls “, nach eigenen Aussagen Moll-Pop
machen. Jedenfalls regnet und gewittert es leicht zum Gitarrensong „Water Under
The Bridge “ und der Song ist schön melancholisch. Die Band erinnert mich sofort
an die frühen Element of Crime. Das Album hat den Charme der 80er Jahre und das
ist auch gut so. „Cosmic Trip “, eine Singleauskopplung handelt von einer
imaginären Reise. Dieser Song wurde außerdem von Danny Mommens (Vive La Fé`te)
in einen Elektro-Pop-Remix verwandelt. Mein eindeutiger Favorit ist der Song „In
Flames “, der wiederum mit alten Träumen und Vorstellungen abrechnet. Dies
geschieht mit sanften Gitarren und im Chorus mit einem willensstarken Ausdruck.
Ich liebe dieses Zusammenspiel zwischen Romantik und wehmütiger Kraft. „Thirteen
Lost Souls “ ist ein Album zum Verlieben.

i.s.o.

 

FAQ 
Is pornography art?
 
Synthetic Product Records/Indigo

FAQ

Die Band FAQ konnte ich erstmalig als Vorgruppe für Unheilig live erleben. Ich
war erstaunt was für eine große Fangemeinde die Schweizer bereits haben. Das
Publikum sang die Songs des aktuellen Albums „Is pornography art? “ bereits mit.
Nicht nur die Hitsingle „The World Is Cold Enough“ ist ein absoluter
Tanzflächensong, sondern auch die weiteren 12 Tracks sind Guter-
Laune-Synthiepop-Elektro pur. Sucht man unbedingt nach einer vergleichbaren
Band, so fallen mir Mesh oder Apopytgma Berzerk ein. Das Stück „We Come In
Pieces“ wird auch im Duett mit Sänger Stephan Groth von Apopytgma Berzerk
gesungen. Und der amerikanischen Pornostar Jenna Jameson, deren Fotos das
Artwork der CD zieren, kommt stimmlich bei dem Song „Heartbreaker“ zum Einsatz.
Das Interview in diesem Song nervt allerdings und der Track gehört nicht zu den
Besten. Überhaupt haben FAQ die „Hilfskünstler“ auf ihre CD nicht nötig, denn
das Album ist gut. Es gibt außerdem noch drei Bonusmixe auf der Scheibe. FAQ
bieten mit ihrer Musik nichts wirklich Neues, aber dennoch hochwertigen Sound,
der für jede Menge Tanzspaß sorgt.

i.s.o.

 

MONOBLOCK 
Kinderaugenblicke
Finest Noise Records/ Radar

Monoblock

Monoblock ist eine Band aus Leipzig, die hier ihr viertes Album vorlegt.
Abwechslungsreicher Gothic-Metalsound wurde in 11 Tracks verpackt. Doch
eigentlich würde ich es mehr als Metal bezeichnen, auch wenn es einmal sanft
zugeht. Als der erste Song „Rattenmenschenmassen“ melodiös metallisch anfängt
bete ich schon, dass jetzt kein unverständlicher Grunzgesang kommt. Zum Glück
können sich die Stimmen der Sänger hören lassen. Das Zusammenspiel zwischen
männlichen und weiblichen Vocals ist gelungen. Bei den deutschen Texten hat man
sich auch Gedanken gemacht und Ratten kommen immer wieder vor. Die Songtriologie
„Kinderaugenblicke“ beinhaltet Kinderliedelemente, wie Punkt, Punkt, Komma,
Strich und gefällt mir aufgrund der ruhigen Parts gut. Und der Schlußtrack „Hör
auf zu weinen“ daraufhin sowieso. Auch „Mein Freund der Traum ist tot“ ist eine
schöne Anlehnung an Alexandras „Mein Freund der Baum“. Die CD ist wirklich
vielseitig und führt durch sämtliche Soundarten. Mit Klavier, Streichern,
Orchester, männlichem sowie weiblichem Gesang fehlt es an nichts. Doch sind die
vielen Facetten in teilweise nur einem Stück einfach zu gut gemeint. Bei „Heller
noch“bin ich froh, dass es so schön ruhig, ja fast musicalmäßig, zugeht. Und
kaum denke ich, bitte jetzt kein Gitarrengefriggel hinterherschicken, da ist es
auch schon passiert. Monoblock können wirklich etwas, doch manchmal ist weniger
mehr. Für Metalfans dürfte diese CD jedoch interessant sein.

i.s.o.

 

Loomlight 
Ein Märchen, das es nicht mehr gibt
Eigenproduktion

Loomlight

Mit der CD von Loomlight wurde mir ein Album zur Rezension gegeben, bei dem mir
für eine objektive Beurteilung einfach die Worte fehlen. Wer bisher glaubte,
dass es zum Schlagergoth von Bands, wie Illuminate keine Steigerung mehr gibt,
der wird hier eines Besseren belehrt. Musikalisch klingt das Ganze wie eine
Mischung aus L`ame immortelle und Illuminate, mit einer Portion Samsas Traum und
einer Prise deutschen Schlagers eines üblichen Radiosenders. Dazu gibt es dann
noch vor Pathos nur so triefende Texte mit hauptsächlich weiblichem Gesang.
Hierzu paßt dann auch der Name des Hauptsongschreibers (Dark Romeo).„Ein
Märchen, das es nicht mehr gibt“ist der zweite Teil der geplanten
Loomlight-Triologie. Wer mit einer der oben genannten Bands etwas anfangen kann,
mag auch bei Loomlight ein Ohr riskieren.

mb

 

Loreena McKennitt 
An Ancient Muse
Quinlan Road/SPV

Loreena McKennitt

Loreena McKennitts Musik ist meist von keltischen Einflüssen geprägt. Will man
unbedingt einen Vergleich ziehen, so fällt einem zuerst die Band Dead Can Dance
ein. Viele Jahre war es ruhig um die Kanadierin McKennitt. Mit dem Album „An
Ancient Muse“meldet sie sich nun zurück. Diese Cd ist eine wunderschöne Reise,
leicht verträumt, orientalisch und vor allem melancholisch. Meine Favoriten sind
„The Gates Of Istanbul“, welches zum leichten Bauchtanz einlädt und der
verträumte Track „Caravanserai“. McKennitt befasst sich mit Menschen, ihren
Kulturen und den länderspezifischen Instumenten, alles ist in diesem Album
vereint. Die Instrumentalstücke, wie„Sacred shabbat“ sind mir jedoch etwas zu
ruhig.„An Ancient Muse“ ist ein absolutes Entspannungsalbum, welches seine
Liebhaber findet.

i.s.o.

 

Project Morfeo 
Dicotomia
Trostlos (NovaTune)

projectmorfeo

Laut vorliegender Infos bezeichnen Project Morfeo ihre Musik als
Atmospheric-Gothic. Ich lege die CD mal voller Neugier in den Player. Los geht
es mit einem Neoklassischen Stück. Es erinnert etwas an die Sachen von Arcana,
ohne allerdings deren Tiefe zu erreichen. „She is pain“, der zweite Track
beginnt mit einem Klavierintro, dann kommen Gitarren dazu. Musikalisch mag man
sich ganz entfernt an Bands wie Zeraphine oder die keyboardlastigeren Sachen von
Paradise Lost erinnert fühlen. Ähnlich geht es mit Track drei „Walk away“, dem
wie ich finde, besten Stück des Albums weiter. „Night creatures“ kommt ohne
Gitarren, sondern nur mit Keyboards und etwas orientalisch anmutenden
Frauengesang daher. Fast alle Songs bewegen sich im Midtempo- Bereich oder
darunter. Um Gothic handelt es sich bei dieser Musik ganz sicher nicht. Wer
allerdings Gitarrenrock mit ausgiebigen Keyboardparts mag, der kann die CD ruhig
einmal antesten.

mb

 

NFD 
Dead pool rising
Jungle Rec (rough trade)

dead pool rising

Endlich ist der Nachfolger des 2004er Debüts „No love lost“ von NFD erhältlich.
Wie schon auf dem ersten Album gibt es auch hier wieder kraftvollen und düsteren
Goth Rock zu hören. Los geht es mit dem von der Vorab-Single bekannten „Light my
way“. Mit „My possession“ und „Caged“ folgen zwei weitere Goth Kracher. Beim
vierten Track „One moment between us“ wird dann das Tempo etwas zurück genommen.
„Rise“, der darauf folgende Track erinnert an die langsamen Sachen der Legende
Fields of the nephilim bevor dann das Tempo wieder angezogen wird. Wer auf
düsteren Goth Rock abseits von Elektrogewummer und “Elfengejammer” steht,ist mit
„Dead pool rising“ bestens versorgt. Anspieltipps: „Light my way“, „My
possession“ und„ Rise“

mb

 

Various Artists 
Septic VI
Dependent/Al!ve

Septic VI

Dies ist schon das sechste Compilationalbum aus der Reihe Septic des Labels
Dependent. Auf diesem Label wird schöner Electrosound verlegt und nichts liegt
da näher als regelmäßig eine Compilation-CD mit vielen bisher unveröffentlichten
Tracks bekannter Electrogrößen und vielversprechenden Newcomern herauszubringen.
Das bekannteste Stück des Albums ist auf den ersten Blick beziehungsweise
Hinhörer „The Men“ von Covenant. Diesmal als nahezu sechseinhalb minütigen
Version. Doch das ist nicht der längste Track, denn hier haben Mind in a Box mit
„Lament For Lost Dreams“ einen fast achtminütigen Electrotraum draufgelegt. Als
Besonderheit sei der Song „Stand Up“ von Stromkern erwähnt, bei dem es
ungewöhnlichen Hip-Hop Sprechgesang gibt. Seabound erinnern auf diesem Sampler
mit ihrem ruhigen, ebenfalls bisher unveröffentlichen , „Scorch The Ground“
etwas an Depeche Mode. Absoluter Minimal Electro stammt auf dieser Compilation
von den Essenern Schwefelgelb, die mit „My Pornoshow“ einen klassischen „Clap
Your Hands -80er Song, beigesteuert haben. Sehr lustig und daher mein
Lieblingstrack auf Septic VI. Wunderbar ist das so ein trashiger Track auf
diesem Sampler, neben einen krachigem Electrotrack wie „Inject“ von Controlled
Collapse steht. Das ist eben das Einzigartige an den Septic –Zusammenstellungen.
Hier heißt es für den vielfältig interessierten Electrofan unbedingt zugreifen.

i.s.o.

 

Rotersand 
„Dare to live“
Dependent/Al!ve

Darkchild

Nachdem Rotersand schon ihr zweites Album “ Welcome to goodbye” herausgebracht
haben und die Band Covenant auf ihrer Tour unterstützen, folgt die EP „Dare to
live“. Diese CD ist ein Remixalbum in Anlehnung an das 2005 erschienene zweite
Album. Die Tracks wurden hierbei absolut clubtauglich umgestrickt. Hierbei hatte
das Ruhrpott-Trio Unterstützung der Band Haujobb, die sich den Track „Storm“
vornahmen, sowie der Kollegen von Soman, die „By the waters“ ein neues Gewand
verliehen. Zwei neue Tracks sind auch mit dabei. Dies sind das relativ ruhige „
Drop your Education“ und der Song „Give it all away“ , bei dem die Stimme von
Julia Beyer neben Sänger Rasc einen besonderen Reiz ausmacht. „Dare to live“ ist
mit über 40 Minuten Laufzeit fast schon als komplettes Album zu bezeichnen. Mein
Tophit dieser EP ist das feurig-fragende „Would you spin this?“ Das ist Electro
vom Feinsten und der CD-Player darf richtig aufgedreht werden.

i.s.o.

 

Madre del vizio 
“Antonomasia”
Apollyon/AL!VE

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Acht Jahre haben sich Madre del vizio Zeit gelassen, um einen Nachfolger für ihr
Album “Mesmerismo” zu veröffentlichen. Das Warten hat sich allerdings gelohnt.
Von “Antonomasia” werden all jene Fans begeistert sein, die schon länger auf
neue Songs im Stile von “Madre, Bestie metalliche” oder “Amore, fede, speranza”
gewartet haben. Auf diesem Album wird also bester Deathrock geboten. Schön, dass
die Band um Sänger Fulvio wieder da ist. “Antonomasia” ist ein tolles Comeback
Album geworden. Anspieltipps: “Sogni dimenticati”, “Il mio viaggio”.

mb

Ataraxia/Autunna et sa rose 
“La via verso il cielo”
Equilibrium Music

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Die beiden italienischen Neo-Klassik Bands “Ataraxia” und “Autunna et sa rose”
haben sich hier für eine Split DoCD zusammengetan. Anlass war eine gemeinsame
Konzertveranstaltung in Rovigo. Beide Bands haben die Stücke für dieses Konzert
in ein rein akustisches Gewand umarrangiert. So haben Ataraxia z.B. auf
Keyboards verzichtet und die Stücke von A.e.s.r. wurden lediglich mit Klavier,
Cello und Gesang vorgetragen. Die Stücke unterscheiden sich daher zum Teil
komplett von den bekannten Einspielungen. Von Ataraxia sind mit “Strange light”
und “Seas over the moon” ganz neue Stücke zu hören, sowie mit “Les tisseuses
lunaires” ein Song der bisher lediglich auf dem “Arezzi” Demo Tape erhältlich
war. Dieses Album eignet sich sicherlich nicht zum nebenbei hören, aber wer
bereits Veröffentlichungen der Bands besitzt und mag kann hier bedenkenlos
zugreifen. Für Neueinsteiger bietet sich eine schöne Einstiegsmöglichkeit.
Anspieltipps: Ataraxia – “Shelmerdine”, “Seas over the moon”, “Tu es la force du silence”. Autunna et sa rose: “Slow rain”, “Canzona”

mb

 

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