Zwei wie Hund und Katze – Rubinsuche im Kino

Mit „Chats et Tchiens“ , international unter dem Titel „Miau und Wau“ bekannt, präsentiert die frankokanadische Regisseurin Riam Khélifi eine rasante Krimikomödie, die von der ersten Sekunde an Spaß macht. Schon der Einstieg macht Spass. Man wird mitten in den Raub des legendären Rubins katapultiert, eine Szene voller Chaos, Missverständnisse und temporeichem Humor – inszeniert mit so viel Selbstironie, dass man sich sofort an die besten Momente der Nackten Kanone erinnert fühlt.

Im Zentrum steht der charmante Juwelendieb Karim Riam alias „La Chatte“, dessen raffinierte Coups Montreal in Atem halten. Sein Markenzeichen: An jedem Tatort bleibt eine Katze zurück – elegant, geheimnisvoll und ebenso unberechenbar wie ihr Besitzer. Als der Rubin eines milliardenschweren Sammlers verschwindet, beginnt eine gnadenlos komische Hetzjagd quer durch die verschneite Stadt.

Ein falscher Polizist gerät dabei zufällig in den Fall, weil er für einen Ermittler gehalten wird – und versucht fortan, ohne jegliche Erfahrung den Verbrecher zu schnappen. Als der geliebte Hund Chichi des Juwelendiebs den Rubin verschluckt, muss er gleich eine Windel tragen. Auf der Flucht am Flughafen begeneen sich der Dieb Jack (Franck Dubosc) und Monica (Reem Kherici), Besitzerin der Internet-Katze Diva. Beide bekommen nur einen Frachtraumplatz für ihre Tiere und müssen dann feststellen, das diese dann über das Rollfeld purzeln und verloren gehen.

Von da an beginnt eine rasante Suche , bei der nichts so ist, wie es scheint. Erst im letzten Drittel lichtet sich das Dickicht der Verwechslungen. Wer arbeitet mit wem? Wer wurde gefangen genommen – und wer war die ganze Zeit über die treibende Kraft im Hintergrund? Diese geschickte Auflösung verleiht dem Film eine zusätzliche Tiefe, ohne den Humor aus den Augen zu verlieren.

Visuell überzeugt „Chats et Tchiens“ durch seine funkelnden Winterlandschaften von Montreal, mit Slapstick à la Zunge klebt am eisigen Laternenpfahl und animierten Figuren, die aus der Szenerie herausstechen.  „Chats et Tchiens“ ist keine einfache Parodie, sondern ein Kinovergnügen, das mit Witz, Spannung und Emotion in einem wunderbar winterlichen Gesamtbild mündet. (Isabel Oerke)

Originaltitel

Chien et Chat (Kanada / Frankreich 2024)

Länge

87 Minuten

Genre

Abenteuer / Animation / Familie

Regie

Reem Kherici

Drehbuch

Reem Kherici, Tristan Schulmann

Kamera / Bildgestaltung

Dominique Fausset

Darsteller

Franck Dubosc, Reem Kherici, Philippe Lacheau, Raphaëlle Fugère-Larocque, Oscar Desgagnés, Lenie Scoffié, Laurence Laprise

Original-Stimmen

Inès Reg, Artus

Verleih

Leonine Distribution GmbH